Bundesamt für Statistik (BFS)
Vergleich [ Kantone 2015 ]

(Cercle Indicateurs)

Beschäftigte in innovativen Branchen ( Kantone · Wirtschaft · W7: Innovationen )

Anteil der Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) in innovativen Branchen am Total der Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) in den Sektoren 2 und 3.

Die Listen der innovativen Branchen werden durch die KOF (Konjunkturforschungsstelle) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) bereitgestellt. Die KOF erstellt diese Listen im Rahmen der Innovationserhebungen, die im Auftrag des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO) durchgeführt werden (bis 2011 mit einem dreijährigen Rhythmus, danach zweijährig). Sie entstehen aus einer separaten Analyse der Sektoren „Industrie“ und „Bau+Dienstleistungen“.

Ab der Erhebung 2015 des Cercle Indicateurs werden die Listen aus internationalen Klassifikationen (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD und statistisches Amt der Europäischen Union Eurostat) hergeleitet.

Für die Erhebungen des Cercle Indicateurs vor 2015 ergeben sich die Listen direkt aus den Resultaten der Innovationsumfragen 2002, 2005 und 2008. Bis zur Innovationsumfrage 2008 berechnete die KOF nämlich einen aggregierten Indikator. Dieser setzte sich aus 17 Einzelindikatoren zusammen, die in drei Gruppen eingeordnet werden:

- Gruppe 1: inputorientierte Indikatoren: Aufwand für Forschung, Entwicklung, Konstruktion/Design, Folgeinvestitionen, und Informatikaufwendungen. Diese fünf Indikatoren werden auf einer 5-stufigen Intensitätsskala gemessen und liegen getrennt für Produkt- und Prozessneuerungen vor.

- Gruppe 2: outputorientierte Indikatoren: Patente ja/nein, Anzahl Patente pro Mitarbeiter, andere Schutzrechte ja/nein (Copyright, Marken, Industriedesign).

- Gruppe 3: marktorientierte Indikatoren: Umsatzanteil von drei verschiedenen Kategorien innovativer Produkte: neue Produkte, innovative Produkte insgesamt – d.h. inkl. erheblich verbesserte Produkte – sowie Marktneuheiten. Zudem wurde ein Indikator für die kostenseitige Verbesserung der Marktstellung einbezogen („Kostensenkung dank Prozessneuerungen ja/nein“).

Die oben dargestellte Berechnungsmethode für den aggregierten Indikator ist für die Innovationsumfrage 2008 gültig und weicht leicht von der Methode der früheren Innovationsumfragen ab. Für weitere methodologische Informationen, vgl. die Berichte „Strukturberichterstattung: Innovationsaktivitäten in der Schweizer Wirtschaft – Eine Analyse der Ergebnisse der Innovationserhebung“, die 2004, 2007 und 2010 vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) veröffentlicht wurden.
Der Anteil der Beschäftigten in innovativen Branchen weist auf die Stärke dieser Branchen hin und somit auf die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft. Der Indikator fokussiert auf prozessorientierte oder technologische Innovationen.
Die Liste der innovativen Branchen wird auf nationaler Ebene definiert. Branchen, die zwar in einem Kanton besonders innovativ sind, auf nationaler Ebene jedoch nicht als innovativ angesehen werden, werden von diesem Indikator deshalb nicht berücksichtigt. Der Indikator misst folglich nicht die innovative Leistung der Unternehmen eines Kantons, sondern die Zahl der Beschäftigten in den gesamtschweizerisch als innovativ geltenden Branchen.

Innovationen tragen zur Erhöhung der Effizienz von Prozessen, Dienstleistungen und Ressourcennutzung bei. Technologische, soziale und organisatorische Innovationen zielen darauf ab, effizienteren Nutzen zu generieren und den Markterfolg von Unternehmen zu steigern sowie Lösungen für ungenügend befriedigte gesellschaftliche Bedürfnisse hervorzubringen. Die Innovationskraft eines wirtschaftlichen Systems und der Gesellschaft insgesamt ist ein zentraler Faktor für deren langfristigen Wohlstand. Ausserdem steigert die Präsenz von innovativen Unternehmen und Institutionen die Attraktivität eines Kantons oder einer Stadt. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung soll die Innovationstätigkeit den Übergang zu einer Grünen Wirtschaft fördern, welche Gerechtigkeitsaspekte berücksichtigt und die Bedürfnisse der Gesellschaft decken kann, ohne die Bedürfnisdeckung der zukünftigen Generationen zu gefährden.

Letzter Stand: 1516890906