Bundesamt für Statistik (BFS)
Abweichungen vom Durchschnitt [ Kantone 2017 Schwyz ]

(Cercle Indicateurs)

Strassenverkehrsunfälle mit Personenschäden ( Kantone · Gesellschaft · G4: Sicherheit )

Anzahl Verkehrsunfälle mit Personenschäden (Tote und Verletzte) pro 1000 Einwohner/innen (ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember) und Jahr. Die Berechnung erfolgt nach dem Territorialprinzip.
Die Verkehrssicherheit ist eine elementare Bedingung für das Wohlbefinden aller Verkehrsteilnehmenden und für das Funktionieren der Mobilität. Verkehrsunfälle gefährden die Gesundheit und das Leben der Menschen und haben eine negative Auswirkung auf die Qualität von Wohn- und Lebensraum. Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden gibt somit Auskunft über die Sicherheit im Strassenverkehr.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.

Kontextuelle Angaben
Der Wert des Indikators hängt weitgehend davon ab, wie stark die Strassen befahren sind.

Die physische Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden sind zentrale gesellschaftliche Grundbedürfnisse. Sie werden unter anderem durch Gewaltverbrechen, Risiken im Verkehr und am Arbeitsplatz sowie durch Naturgefahren bestimmt. Wichtig ist im Sinne der intragenerationellen Solidarität, dass in einer "sicheren" Gesellschaft schwächere Mitglieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ohne erhöhten Risiken ausgesetzt zu sein.

Potenziell verlorene Lebensjahre ( Kantone · Gesellschaft · G3: Gesundheit )

Für alle Todesfälle vor 70 Jahren: Summe der Differenzen zwischen dem Alter 70 und dem Alter, in dem die jeweiligen Personen verstorben sind, geteilt durch die Einwohnerzahl (ständige Wohnbevölkerung). Der Wert wird für 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner standardisiert und basiert auf der demographischen Struktur der europäischen Standardbevölkerung. Die Altersgrenze von 70 Jahren entspricht der Definition der OECD und ermöglicht somit internationale Vergleiche.
Die vorzeitige Sterblichkeit umfasst sämtliche Faktoren, welche die Gesundheit beeinträchtigen und zum frühzeitigen Tod führen, z. B. chronische und akute Krankheiten oder Folgen von Unfällen. Sie beinhaltet auch die Todesfälle, die vermeidbar wären durch das individuelle Verhalten, Gesundheitsförderungs- und Präventionsmassnahmen sowie den medizinischen Fortschritt. Die potenziell verlorenen Lebensjahre durch frühzeitige Todesfälle weisen somit auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung hin.
Die Daten der Kantone mit geringer Bevölkerungszahl können von Jahr zu Jahr grossen Schwankungen unterliegen (da Todesfälle von unter 70-Jährigen ziemlich selten sind). Diese Werte sind deshalb mit Vorsicht zu interpretieren.

Die Gesundheit ist ein zentraler Faktor der Lebensqualität. Dazu gehören der Schutz und die Förderung der physischen, psychischen und sozialen Gesundheit. Von Bedeutung sind auch die Krankheitsprävention, der Einbezug aller Personen in die Gesundheitsförderung sowie der Abbau von gesundheitlichen Ungleichheiten. Eine gesunde Bevölkerung hat eine hohe Bedeutung für eine leistungsfähige Wirtschaft. Die Kosten für eine umfassende Gesundheitsversorgung guter Qualität sind hingegen insbesondere Personen mit einem tiefen Einkommen häufig schwer tragbar. Die durch Umweltverschmutzung bedingten Gesundheitsgefährdungen müssen reduziert werden.

Zugang zum System ÖV ( Kantone · Gesellschaft · G2: Mobilität )

Durchschnittliche Luftliniendistanz vom Wohnort zur nächsten Haltestelle des öffentlichen Verkehrs bzw. zum nächsten Bahnhof in Metern (Mittelwert für den Kanton).
Die Distanz zwischen dem Wohnort und der nächsten ÖV-Haltestelle zeigt die Erreichbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel. Damit wird dargelegt, inwieweit die Voraussetzungen für eine umweltschonende und für alle Personen gut erreichbare Mobilität gegeben sind. Der Indikator gibt keine Auskunft über andere relevante Kriterien der Mobilität, z. B. die Häufigkeit, mit der die Haltestellen bedient werden, die Fahrtdauer oder der Preis.
Die Daten stammen aus dem elektronischen Fahrplan der Schweizerischen Transportunternehmungen (HAFAS). Die Qualität des Indikators ist abhängig von der Vollständigkeit des elektronischen Fahrplans, die seit 2009 sehr hoch ist. Dennoch können einige städtische Verkehrsbetriebe oder lokale Verkehrsstrecken punktuell fehlen.
Bei der Interpretation des Indikators gilt es zu beachten, dass die Häufigkeit, mit der die Haltestellen bedient werden, nicht berücksichtigt ist.

Ein grundlegendes gesellschaftliches und wirtschaftliches Bedürfnis ist die Mobilität, zu der alle Personen und Regionen Zugang haben sollen. So garantiert ein leistungsfähiges Verkehrssystem allen Personen die Erreichbarkeit von z. B. Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangeboten oder des Arbeitsplatzes, wobei die Entfernung dieser Orte vom Wohnort eine wichtige Rolle spielt. Eine effiziente Mobilität trägt zudem zu einer effizienten Wirtschaft bei. Für die nachhaltige Entwicklung ist auch die Umwelt-verträglichkeit der Mobilität zentral, insbesondere in Bezug auf die Belastung durch Lärm und Schadstoffe sowie auf den Energie- und Bodenverbrauch. Dabei spielt auch das Ausmass der Einhaltung des Verursacherprinzips eine Rolle, welches die Wahl des Transportmittels beeinflusst.

Störungen durch Verkehrslärm ( Kantone · Gesellschaft · G1: Lärm / Wohnqualität )

Anteil der Einwohnerinnen und Einwohner – ab 15 Jahren und in Privathaushalten lebend –, die gemäss eigenen Angaben in ihren Wohnräumen durch Verkehrslärm von Autos, Züge oder Flugzeuge gestört sind.
Die Wohnqualität wird unter anderem von den Lärmimmissionen am Wohnort beeinflusst. Eine hohe Lärmbelastung kann zu Stress, Nervosität oder Konzentrationsstörungen führen. Die Lärmquellen in Wohngebieten, die am meisten Personen betreffen, sind der Strassen-, Zug- und Flugverkehr. Der gewählte Indikator gibt die subjektiv empfundene Verkehrslärmbelastung der Bevölkerung wieder. Er misst nicht die tatsächliche Lärmbelastung, für die in der Lärmschutzverordnung (LSV) Immissionsgrenzwerte festgelegt sind.
Die Ergebnisse fallen in ein 95%-Vertrauensintervall, dessen Dimension je nach Kanton stark variiert. Dies hängt insbesondere von der Grösse der Stichprobe der für die Berechnung ausgesuchten Bevölkerungsgruppe sowie von der erzielten Antwortquote ab. Nur diejenigen Kantone mit einer repräsentativen Stichprobe ihrer Kantonsbevölkerung erhalten einen Wert für ihren Kanton. Die anderen Kantone wurden gemäss ihrer Grossregion (oder zwei Grossregionen) zusammengeschlossen. Diese Kantone sind mit einem Mittelwert für diese Zusammenschlüsse repräsentiert.
Die Vertrauensintervalle sind auf www.cercleindicateurs.bfs.admin.ch verfügbar.

Die Wohnqualität hat einen grossen Einfluss auf das Wohlbefinden. Sie umfasst Aspekte wie die Qualität der Wohnumgebung (z. B. Vorhandensein von Begegnungsorten) und der Gebäude, Ruhe, Luftqualität sowie die Erreichbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen usw. In der Schweiz wird die Wohnqualität hauptsächlich durch den Verkehrslärm und den Anschluss an den öffentlichen Verkehr und an andere wichtige Infrastrukturen wie Schulen oder Geschäfte beeinflusst. Auch ist eine gerechte Verteilung guter Wohnräume und -lagen ein Thema, das die Lebensqualität beeinflusst. Da im Sinne der nachhaltigen Entwicklung neben der Wohnqualität auch die natürlichen Lebensgrundlagen geschützt werden sollen, ist sie eng mit dem Zielbereich „Bodenverbrauch“ verbunden.

Index der Steuerausschöpfung ( Kantone · Wirtschaft · W11: Steuern )

Der Index der Steuerausschöpfung entspricht dem Verhältnis zwischen den Steuereinnahmen eines Kantons und dessen Ressourcenpotenzial. Er zeigt die steuerliche Ausschöpfung des Kantons im Verhältnis zum Ausschöpfungspotenzial. Somit geht aus diesem Index hervor, in welchem Ausmass die steuerlich ausschöpfbare Wertschöpfung der natürlichen und juristischen Personen eines Kantons effektiv durch Fiskalabgaben belastet wird.

Der Index der Steuerausschöpfung kann auf die gleiche Weise interpretiert werden wie die Fiskalquote auf gesamtschweizerischer Ebene (Steuereinnahmen im Verhältnis zur wirtschaftlichen Leistung – BIP).

Weil das Steuersubstrat von Jahr zu Jahr stark variiert, wird ein dreijähriger Durchschnitt verwendet, um ein verlässlicheres Resultat zu erhalten. Beispiel: Für das Referenzjahr 2011 beruht der Index auf dem Durchschnitt der Steuereinnahmen des Kantons von 2005 bis 2007 sowie auf dem Durchschnitt der aggregierten Steuerbemessungsgrundlage der Jahre 2005 bis 2007.
Der Index der Steuerausschöpfung zeigt im kantonalen Vergleich, wie stark die Steuerpflichtigen durch Steuerabgaben belastet werden. Er zeigt das Verhältnis zwischen den Fiskalabgaben und dem Ressourcenpotenzial (wirtschaftliches Potenzial der Steuerpflichtigen, das die Wirtschaftskraft der Kantone ausmacht). Je höher der Indexwert ist, umso höher ist die Steuerbelastung im Vergleich zu allen Kantonen. Der Indikator fokussiert ausschliesslich auf die Attraktivität, die durch tiefe Steuern entsteht. Die Problematik der Finanzierung öffentlicher Dienstleistungen wird nicht berücksichtigt.
Interkantonale Vergleiche sind möglich.
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist der grosse zeitliche Abstand, in dem die Daten veröffentlicht werden, zu berücksichtigen.

Die Steuern sind in zweifacher Hinsicht wichtig: Einerseits tragen niedrige Steuern für Unternehmen und Private zur Standortattraktivität bei. Ausserdem bleiben bei einer geringen Steuerbelastung der Einkommen mehr Möglichkeiten zur Deckung anderer Bedürfnisse. Andererseits ermöglichen Steuereinnahmen öffentliche Dienstleistungen, von welchen wiederum die Haushalte und die Unternehmen profitieren. Auch hohe Steuererträge können somit die Entwicklungsfähigkeit einer Region positiv beeinflussen. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung muss das Verhältnis optimiert werden zwischen der Steuerbelastung und der Fähigkeit des Staates, eine gerechte Güterumverteilung zu gewährleisten.

Qualifikationsniveau ( Kantone · Wirtschaft · W9: Know-how )

Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte: Bevölkerungsanteil (ständige Wohnbevölkerung) der 25 – 64 Jährigen mit Ausbildung auf tertiärer Stufe (Hochschulabschlüsse und Abschlüsse mit höherer Berufsbildung).
Das Qualifikationsniveau zeigt den Anteil Personen mit einer Ausbildung auf tertiärer Stufe (hochqualifizierte Arbeitskräfte). Das Know-how der Arbeitskräfte und der gesamten Bevölkerung trägt zur Produktivität und Innovationskraft der Wirtschaft bei. Ausserdem kann ein hoher Anteil an Personen mit tertiärer Ausbildung einen positiven Einfluss auf die Arbeitsproduktivität haben.
Die Ergebnisse fallen in ein 95%-Vertrauensintervall, dessen Dimension je nach Kanton stark variiert. Dies hängt insbesondere von der Grösse der Stichprobe der für die Berechnung ausgesuchten Bevölkerungsgruppe sowie von der erzielten Antwortquote ab. Bei den kantonalen Werten, die auf einer geringen Anzahl Beobachtungen basieren, ist Vorsicht geboten.
Die Vertrauensintervalle sind auf www.cercleindicateurs.bfs.admin.ch verfügbar.

Das Know-how der Bevölkerung ist für die ökonomische Leistungsfähigkeit, die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit bedeutungsvoll und somit eine wichtige Ressource für den Wohlstand. Angesichts der im internationalen Vergleich hohen Schweizer Löhne und weil die Schweiz kaum über produktionsrelevante natürliche Ressourcen verfügt, sind Kenntnisse, Qualifikationen und Kompetenzen der Arbeitskräfte gerade hier ein wichtiger Standortfaktor. Zudem haben gut ausgebildete Arbeitskräfte bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt. Global gesehen ist der Know-how-Transfer ein wichtiges Anliegen der nachhaltigen Entwicklung, damit beispielsweise Entwicklungsländer umweltschonende Technologien selbst einsetzen können. Beim Know-how geht es um das Humankapital als wesentlichen Bestimmungsfaktor der Arbeitsproduktivität und der Innovationskraft – die Allgemeinbildung wird im Zielbereich „Bildung“ erfasst.

Beschäftigte in Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität ( Kantone · Wirtschaft · W8: Wirtschaftsstruktur )

Anteil Beschäftigte (in Vollzeitäquivalenten) in Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität am Total der Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) in den Sektoren 1, 2 und 3.

Die Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität sind jene, deren Arbeitsproduktivität über dem schweizerischen Durchschnitt liegt.

Die Bestimmung der Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität erfolgt auf der nationalen Ebene und stützt sich auf Produktivitätsdaten zu laufenden Preisen.
Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität tragen zur Erhaltung und Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz bei. Sie sind daher ein wichtiges Element der Entwicklungs- und Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und beeinflussen, wie leistungsfähig die Wirtschaftsstruktur einer Region ist. Der Anteil der Beschäftigten in Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität zeigt die Stärke dieser Branchen.
Die Liste der Branchen mit hoher Arbeitsproduktivität wird auf nationaler Ebene definiert. Branchen, die zwar in einem Kanton eine hohe Arbeitsproduktivität aufweisen, auf nationaler Ebene jedoch nicht entsprechend eingestuft werden, werden von diesem Indikator deshalb nicht berücksichtigt. Der Indikator misst folglich nicht die Arbeitsproduktivität der Unternehmen eines Kantons, sondern die Zahl der Beschäftigten in den Branchen, denen gesamtschweizerisch eine hohe Arbeitsproduktivität zugeschrieben wird.

Um den Wohlstand langfristig sicherzustellen, braucht es eine leistungsfähige, zukunftsgerichtete Wirtschaft. Die Wirtschaftsstruktur eines Standortes bleibt flexibel und vermindert das Risiko einseitiger Abhängigkeiten, wenn sie diversifizierte Branchen umfasst. Eine Spezialisierung kann im Standortwettbewerb aber auch Vorteile bieten, so muss die Wirtschaftspolitik ein Gleichgewicht finden zwischen Flexibilität und der Fokussierung auf regionale Stärken. Eine gesunde Wirtschaftsstruktur ist durch die Präsenz von wertschöpfungsstarken Branchen gekennzeichnet, die eine hohe Arbeitsproduktivität, gute Arbeitsbedingungen und eine effiziente Ressourcennutzung vorweisen.

Beschäftigte in innovativen Branchen ( Kantone · Wirtschaft · W7: Innovationen )

Anteil der Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) in innovativen Branchen am Total der Beschäftigten (in Vollzeitäquivalenten) in den Sektoren 2 und 3.

Die Listen der innovativen Branchen werden durch die KOF (Konjunkturforschungsstelle) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) bereitgestellt. Die KOF erstellt diese Listen im Rahmen der Innovationserhebungen, die im Auftrag des Staatssekretariates für Wirtschaft (SECO) durchgeführt werden (bis 2011 mit einem dreijährigen Rhythmus, danach zweijährig). Sie entstehen aus einer separaten Analyse der Sektoren „Industrie“ und „Bau+Dienstleistungen“.

Ab der Erhebung 2015 des Cercle Indicateurs werden die Listen aus internationalen Klassifikationen (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD und statistisches Amt der Europäischen Union Eurostat) hergeleitet.

Für die Erhebungen des Cercle Indicateurs vor 2015 ergeben sich die Listen direkt aus den Resultaten der Innovationsumfragen 2002, 2005 und 2008. Bis zur Innovationsumfrage 2008 berechnete die KOF nämlich einen aggregierten Indikator. Dieser setzte sich aus 17 Einzelindikatoren zusammen, die in drei Gruppen eingeordnet werden:

- Gruppe 1: inputorientierte Indikatoren: Aufwand für Forschung, Entwicklung, Konstruktion/Design, Folgeinvestitionen, und Informatikaufwendungen. Diese fünf Indikatoren werden auf einer 5-stufigen Intensitätsskala gemessen und liegen getrennt für Produkt- und Prozessneuerungen vor.

- Gruppe 2: outputorientierte Indikatoren: Patente ja/nein, Anzahl Patente pro Mitarbeiter, andere Schutzrechte ja/nein (Copyright, Marken, Industriedesign).

- Gruppe 3: marktorientierte Indikatoren: Umsatzanteil von drei verschiedenen Kategorien innovativer Produkte: neue Produkte, innovative Produkte insgesamt – d.h. inkl. erheblich verbesserte Produkte – sowie Marktneuheiten. Zudem wurde ein Indikator für die kostenseitige Verbesserung der Marktstellung einbezogen („Kostensenkung dank Prozessneuerungen ja/nein“).

Die oben dargestellte Berechnungsmethode für den aggregierten Indikator ist für die Innovationsumfrage 2008 gültig und weicht leicht von der Methode der früheren Innovationsumfragen ab. Für weitere methodologische Informationen, vgl. die Berichte „Strukturberichterstattung: Innovationsaktivitäten in der Schweizer Wirtschaft – Eine Analyse der Ergebnisse der Innovationserhebung“, die 2004, 2007 und 2010 vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) veröffentlicht wurden.
Der Anteil der Beschäftigten in innovativen Branchen weist auf die Stärke dieser Branchen hin und somit auf die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft. Der Indikator fokussiert auf prozessorientierte oder technologische Innovationen.
Die Liste der innovativen Branchen wird auf nationaler Ebene definiert. Branchen, die zwar in einem Kanton besonders innovativ sind, auf nationaler Ebene jedoch nicht als innovativ angesehen werden, werden von diesem Indikator deshalb nicht berücksichtigt. Der Indikator misst folglich nicht die innovative Leistung der Unternehmen eines Kantons, sondern die Zahl der Beschäftigten in den gesamtschweizerisch als innovativ geltenden Branchen.

Innovationen tragen zur Erhöhung der Effizienz von Prozessen, Dienstleistungen und Ressourcennutzung bei. Technologische, soziale und organisatorische Innovationen zielen darauf ab, effizienteren Nutzen zu generieren und den Markterfolg von Unternehmen zu steigern sowie Lösungen für ungenügend befriedigte gesellschaftliche Bedürfnisse hervorzubringen. Die Innovationskraft eines wirtschaftlichen Systems und der Gesellschaft insgesamt ist ein zentraler Faktor für deren langfristigen Wohlstand. Ausserdem steigert die Präsenz von innovativen Unternehmen und Institutionen die Attraktivität eines Kantons oder einer Stadt. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung soll die Innovationstätigkeit den Übergang zu einer Grünen Wirtschaft fördern, welche Gerechtigkeitsaspekte berücksichtigt und die Bedürfnisse der Gesellschaft decken kann, ohne die Bedürfnisdeckung der zukünftigen Generationen zu gefährden.

Umbau- und Unterhaltsarbeiten ( Kantone · Wirtschaft · W4: Investitionen )

Anteil der Summe von Umbauinvestitionen (öffentliche und private) und Ausgaben für öffentliche Unterhaltsarbeiten am Total der Bauausgaben (öffentliche und private).

Das Total der Bauausgaben beinhaltet die Neubauinvestitionen (öffentliche und private), die Umbauinvestitionen (öffentliche und private) sowie die Ausgaben für öffentliche Unterhaltsarbeiten.
Investitionen in Umbau und Unterhalt haben zum Ziel, vorhandene Gebäude und Infrastrukturen zu erhalten. Sie können zu Energieeinsparungen führen und verhindern eine finanzielle Last, die folgende Generationen zu tragen hätten.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.

Private und öffentliche Investitionen ermöglichen den Erhalt bzw. den Ausbau des vom Menschen produzierten Kapitals. Dieses umfasst die Anlagegüter, z. B. Hoch- und Tiefbauten, Maschinen und Ausrüstungsgüter. Es bildet die Basis für die Produktion und stellt in diesem Sinne eine wichtige Grundlage der nachhaltigen Entwicklung dar. Umbau- und Unterhaltsinvestitionen erhalten den Wert und reduzieren finanzielle Risiken für zukünftige Generationen. Investitionen in das produzierte Kapital sollen die Sozialverträglichkeit und Ressourceneffizienz der Wirtschaft fördern.

Arbeitslosenquote ( Kantone · Wirtschaft · W3: Arbeitsmarkt )

Kantonale Arbeitslosenquote (gemäss Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO), Jahresdurchschnitt.
Eine tiefe Arbeitslosenquote weist auf einen funktionierenden Arbeitsmarkt hin, welcher stellensuchenden Personen eine Anstellung bieten kann. Die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) ermittelte Arbeitslosenquote umfasst alle bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) eingeschriebenen Personen. Sie erfasst somit nicht die ausgesteuerten Arbeitslosen und andere Kategorien von Erwerbslosen, beispielsweise Personen, die nach einem Arbeitsunterbruch wieder ins Berufsleben einsteigen wollen.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.
Die Vertrauensintervalle sind auf www.cercleindicateurs.bfs.admin.ch verfügbar.

Kontextuelle Angaben
Die Kantone verfügen über einen gewissen Spielraum bei der Anwendung des Bundesgesetzes über die obligatorische Arbeitslosenversicherung (AVIG). Die Umsetzung des Gesetzes kann sich in Bezug auf den Strafvollzug (Strafen), auf die Breite der den Arbeitslosen angebotenen aktiven Massnahmen (Ausbildungen, Coaching usw.), auf die Einsetzung kantonaler Ergänzungsleistungen usw. unterscheiden. Diese verschiedenen Elemente könnten die kantonale Arbeitslosenquote beeinflussen.

Ein Arbeitsmarkt mit ausreichendem Arbeitsangebot und entsprechender Nachfrage erhöht die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Lebensqualität der Bevölkerung. Durch Arbeit wird Einkommen zur Sicherung des Lebensunterhalts verdient und die soziale Integration gefördert. Wichtig sind die Beteiligung von Menschen aller Bevölkerungsgruppen am Arbeitsmarkt sowie gleiche Chancen für alle, die daran teilhaben wollen. Der Arbeitsmarkt einer Region ist nachhaltiger, wenn die lokale Bevölkerung genügende und adäquate Erwerbsmöglichkeiten in der Wohnregion findet. Für eine leistungsfähige Wirtschaft ist ein genügend grosses und passendes Angebot an Arbeitskräften Voraussetzung.

Mietpreisniveau ( Kantone · Wirtschaft · W2: Lebenskosten )

Durchschnittlicher Mietpreis pro m² Nettowohnfläche pro Monat (Mittelwert der Quartalsmediane).
Die Mietkosten machen für die meisten Haushalte einen erheblichen Anteil an den Lebenskosten aus. Insbesondere für einkommensschwache Haushalte können die Mietkosten den Spielraum für andere Ausgaben einschränken. Das Mietpreisniveau zeigt, wie viel durchschnittlich für das Grundbedürfnis „Wohnen“ ausgegeben wird. Der Indikator berücksichtigt nur die Mietpreise von Wohnungen, die öffentlich ausgeschrieben sind. Dies ist nur ein geringer Teil des gesamten Mietwohnungsbestandes.
Die Daten für die Berechnung entstammen aus Mitteilungen in der Presse oder im Internet. Die Anzahl Beobachtungen, auf denen die Berechnung basiert, ist demnach von Kanton zu Kanton ziemlich unterschiedlich. Die Ergebnisse der Kantone, deren Werte sich auf eine kleine Anzahl Mitteilungen stützen, können von Jahr zu Jahr grösseren Schwankungen unterliegen.

Kontextuelle Angaben
Bei der Interpretation der Ergebnisse ist es wichtig, die Mieten ins Verhältnis zum regionalen Lebensstandard zu setzen (zentraler Indikator für das thematische Feld «Erwerbseinkommen»). Es gilt auch zu beachten, dass die Mietwerte, die aus der Datenbank von Wüest & Partner stammen, lediglich die Mieten der Wohnungen darstellen, die aktuell auf dem Markt und öffentlich ausgeschrieben sind. Bei den Kantonen mit Wohnungsmangel ist die Verzerrung in Bezug auf den Medianwert aller Mietwohnungen gross, da nur eine kleine Anzahl, eher teure Wohnungen berücksichtigt werden.

Hinweise für die Interpretation der Zeitreihe
Es ist zu beachten, dass der Indikator nicht teuerungsbereinigt ist. Die Mietpreise werden in der Regel – ausser in deflationären Phasen – zumindest gleich bleiben oder steigen. Zudem müsste das Mietpreisniveau eigentlich in Relation zum verfügbaren Einkommen gesetzt werden, allerdings sind die Daten zum verfügbaren Einkommen nicht für alle Kantone vorhanden.

Die Verfügbarkeit materieller Ressourcen ermöglicht die Deckung der Grundbedürfnisse und vieler anderer Bedürfnisse, die zur Lebensqualität beitragen. Neben dem erzielten Einkommen beeinflusst die Höhe der Lebenskosten, insbesondere für Lebensmittel, Wohnraum und Gesundheitsdienstleistungen, den materiellen Wohlstand privater Haushalte. Tiefe Lebenskosten bieten mehr Handlungsspielraum für Ausgaben beispielsweise zur Weiterbildung oder für einen sozial- und umweltbewussten Konsum. Hohe Lebenskosten beeinträchtigen den Handlungsspielraum von Personen mit niedrigem Einkommen und sind damit auch ein Armutsrisiko. Die Lebenskosten sind ausserdem ein wichtiger volkswirtschaftlicher Faktor – sind sie sehr hoch, senkt dies die Attraktivität eines Kantons oder einer Stadt.

Kantonales BIP ( Kantone · Wirtschaft · W1: Einkommen )

Kantonales Bruttoinlandprodukt (BIP) zu laufenden Preisen pro Einwohner/in.
Das BIP misst die wirtschaftliche Leistung der Volkswirtschaft. Es umfasst den Marktwert der hergestellten Waren und der Dienstleistungen im Inland. Das BIP ist ein Mass des materiellen Wohlstands. Aussagen zur Einkommenssituation und zur Lebensqualität einzelner Personen oder zur Verteilung des Wohlstands sind nicht möglich. Das BIP sagt ebenfalls nichts aus über Zu- oder Abnahme des natürlichen, sozialen oder Human-Kapitals eines Gebiets.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.

Genügend Einkommen ermöglicht die Deckung der grundlegenden Bedürfnisse wie z. B. Nahrung, Wohnraum oder Gesundheit. Ausserdem beeinflusst ein ausreichendes Einkommen die Lebensqualität, indem es beispielsweise die Nutzung von Angeboten in den Bereichen Mobilität, Kinderbetreuung und Erholung ermöglicht. Mit genügend Einkommen können auch die persönlichen Ressourcen gepflegt werden, etwa durch den Besuch von Weiterbildungen. Mit der Höhe des Einkommens steigt häufig der Konsum: Die Wirtschaft wird gestärkt, aber gleichzeitig nimmt der Druck auf die Umwelt zu. Wichtig ist somit ein umweltverträglicher Konsum. Bedeutend für den sozialen Zusammenhalt ist ausserdem eine gerechte Verteilung, die im Zielbereich „Einkommens-/Vermögensverteilung“ beleuchtet wird.

Langzeit-Belastungs-Index (LBI) ( Kantone · Umwelt · U11: Luftqualität )

Der LBI ist ein Mischindex zur Luftbelastung, der den Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit durch die chronische Einwirkung von verschmutzter Luft Rechnung trägt. Er wird auf der Basis der jährlichen Werte der Konzentrationen von den drei Schadstoffen Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO₂) und Ozon (O₃) berechnet. Die Konzentrationen dieser drei Schadstoffe werden in Bezug zu den Immissionsgrenzwerten der Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985 (LRV) gesetzt. Die sich daraus ergebenden Werte werden zusätzlich aufgrund der unterschiedlichen chronischen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Schadstoffe gewichtet (4.5 für PM10, 4.5 für NO₂, 1 für O₃).

Die Berechnung des Langzeit-Belastungs-Indexes ist in der Empfehlung Nr. 27b der Schweizerischen Gesellschaft der Lufthygiene-Fachleute (Cercl’Air) in Detail beschrieben (www.cerclair.ch/empfehlungen).

Die Berechnungsmethode des LBI wurde ursprünglich für die Berechnung auf der Ebene einer Messstation konzipiert. Diese Methode wurde den Bedürfnissen des Cercle Indicateurs angepasst, so dass es möglich wurde, den LBI für eine Gemeinde oder einen Kanton zu berechnen. Dazu wurde mittels Modellierung auf der Basis von Schadstoffkarten der Schweiz eine Karte in Hektarauflösung über die Verteilung des LBI hergestellt. Diese Karte wurde in einem weiteren Schritt mit den Daten der Bevölkerungsdichte kombiniert. Die Bevölkerungsdaten in Hektarauflösung vor 2010 stammen aus der eidgenössischen Volkszählung 2000 und wurden in den betroffenen Jahren durch die Daten der ständigen Wohnbevölkerung am Ende des jeweiligen Jahres angepasst. Das Resultat aus diesen Berechnungen ist ein bevölkerungsgewichteter LBI für die Kantone und die Gemeinden.

Weitere Informationen zur Berechnungsmethodik des LBI für Kantone und Gemeinden sind in der Cercl'Air Empfehlung Nr. 27c „Berechnung des Indikators U11 Luftqualität des Cercl Indicateurs für Kantone und Gemeinden'' zu finden (www.cerclair.ch/empfehlungen).
Die Luftqualität wird von den folgenden drei Hauptschadstoffen beeinträchtigt: dem lungengängigen Feinstaub (PM10), dem Stickstoffdioxid (NO₂) und dem bodennahen Ozon (O₃). Diese Schadstoffe haben eine schädliche Einwirkung auf die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme. Der Langzeit-Belastungs-Index erfasst mit einem einzigen Wert die Belastung der Luft durch diese drei Schadstoffe über den Zeitraum eines Jahres. Er berücksichtigt die Grenzwerte der Luftreinhalte-Verordnung (LRV).
Die kantonalen Werte werden anhand einer Modellierung der durchschnittlichen jährlichen Konzentration der drei Schadstoffe, die den Langzeitbelastungsindex (LBI) bilden, ermittelt. Bei der Interpretation der Ergebnisse muss beachtet werden, dass die LBI-Werte auf Stufe Hektare durch eine Modellierung gewonnen wurden und daher nicht direkten Bodenmesswerten entsprechen.

Die Luftqualität beeinflusst die Gesundheit und die Ökosysteme. In den Städten und Agglomerationen tragen vor allem Feinstaub, Stickoxide und Ozon zu Atemwegs- und Kreislauferkrankungen bei. Von der Ozonbelastung sind insbesondere auch die ländlichen und höher gelegenen Gebiete betroffen. Die Luftverschmutzung kann, hauptsächlich durch Stickoxide und Ammoniak, zur Versauerung und Überdüngung von Böden und Gewässern führen und somit auch zum Rückgang der Artenvielfalt beitragen. Luftschadstoffe entstehen hauptsächlich durch den Strassenverkehr, aber auch durch Feuerungs- und Heizanlagen, durch Schienen- und Flugverkehr sowie durch industrielle und landwirtschaftliche Tätigkeiten.

Überbaute Fläche ( Kantone · Umwelt · U9: Bodenverbrauch )

Summe genutzter Flächen für Bauten und Anlagen in m² pro Einwohner/in (mittlere Wohnbevölkerung).

Es werden folgende Flächen aus der Kategorie „Siedlungsflächen“ der Arealstatistik berücksichtigt:

- „Industrie- und Gewerbeareal“
- „Gebäudeareal“
- „Verkehrsflächen“
- „Besondere Siedlungsflächen“
(= Siedlungsflächen abzüglich „Erholungs- und Grünanlagen“).

Für eine detaillierte Liste der Siedlungsflächen vgl. Arealstatistik 2004/09.
Die überbauten Flächen gehen zu Lasten von naturnahen Landschaften und Lebensräumen sowie von landwirtschaftlichen Flächen. In erster Linie geht wertvolles Kulturland verloren. Die Versiegelung der Oberfläche beeinträchtigt ausserdem den natürlichen Wasserhaushalt. Der Indikator zeigt, wie viel Boden pro Kopf als Siedlungsfläche genutzt wird.
Zwischen den Daten zweier Kantone können Unterschiede von bis zu fünf Jahren bestehen (z.B. Luftaufnahmen des Kantons Genf aus dem Jahr 2004 gegenüber Luftaufnahmen des Kantons Graubündens aus den Jahren 2008 und 2009). Abgesehen davon gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen Quervergleichen.

Der Boden ist eine unabdingbare Lebensgrundlage. Er ist eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource – daher ist ein haushälterischer Bodenverbrauch für heutige und zukünftige Generationen essenziell. Während auf globaler Ebene die quantitative und qualitative Reduktion der fruchtbaren Flächen im Vordergrund steht, besteht in den Industrieländern das Hauptproblem in der stetig zunehmenden Überbauung und damit Versiegelung des Bodens. Wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedürfnisse, wie Mobilität, Freizeit und Wohnen, stehen in Konkurrenz zum Erhalt von naturnahem und landwirtschaftlich wertvollem Boden. Die Erhaltung der Natur und wertvoller Landschaften wird im Zielbereich „Natur und Landschaft“ behandelt.

Steuerpflichtige mit niedrigem Einkommen ( Kantone · Gesellschaft · G5: Einkommens- / Vermögensverteilung )

Anteil Steuerpflichtige mit steuerbarem Einkommen zwischen dem minimalen steuerbaren Einkommen* und CHF 30'000 pro Jahr. Das steuerbare Einkommen ist das Total der zu versteuernden Einkünfte vermindert um alle Abzüge (inkl. Sozialabzüge) und steuerfreien Beträge.
* für die direkte Bundessteuer.
Der Anteil der Personen, die über ein vergleichsweise niedriges Einkommen verfügen, weist auf materielle Ungleichheiten in einer Gesellschaft hin. Die Einkommensverteilung kann anhand des Anteils an Steuerpflichtigen mit einem Einkommen unter einer vorgegebenen Schwelle gemessen werden. Die Schwelle von CHF 30'000 steuerbares Einkommen pro Jahr wird aus erhebungstechnischen Gründen gewählt. Das klassische Mass zur Messung von Einkommensungleichheiten wäre der Gini-Koeffizient. Er liegt jedoch auf kantonaler und städtischer Ebene nicht überall vor.
Das für die direkte Bundessteuer ausschlaggebende Steuereinkommen wird in der ganzen Schweiz nach denselben Kriterien berechnet. Interkantonale Vergleiche sind demnach möglich.

Kontextuelle Angaben
Es gilt zu beachten, dass die Personen mit niedrigstem Einkommen, die quellenbesteuerten Personen und die Sonderfälle (Teil-Besteuerung, Pauschalbesteuerung nach Aufwand) beim Indikator nicht berücksichtigt werden.
Überdies muss ebenfalls dem Umstand Rechnung getragen werden, dass für steuerpflichtige Personen mit tiefen Einkommen die Lebenshaltungskosten und vor allem das Mietzinsniveau die Möglichkeit beeinflussen, sich in einer Gemeinde nieder zu lassen. Ein geringer Prozentsatz steuerpflichtiger Personen mit tiefen Einkommen kann somit auch auf die hohen Lebenshaltungskosten zurückgeführt werden.

Eine gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung zwischen den Gesellschaftsmitgliedern trägt zur Solidarität und Chancengleichheit bei. So kann eine grosse Ungleichheit von Einkommen und Vermögen den sozialen Zusammenhalt gefährden. Zur gerechten Einkommensverteilung gehören angemessene Löhne, welche den alltäglichen Lebensunterhalt und die langfristige materielle Existenzsicherung ermöglichen.

Stimm- und Wahlbeteiligung ( Kantone · Gesellschaft · G6: Partizipation )

Gleitender Mittelwert über die letzten vier Jahre der Beteiligung an den eidgenössischen Abstimmungen und an den Nationalratswahlen. Die Beteiligung entspricht dem Anteil der Stimmenden/Wählenden (= eingelegte Wahlzettel) aller Stimm- und Wahlberechtigten.
Um an politischen Entscheiden teilzuhaben, können die dazu berechtigen Personen abstimmen und wählen. Die Beteiligung an eidgenössischen Abstimmungen und Nationalratswahlen zeigt, inwieweit die in der Schweiz gewährten politischen Partizipationsrechte von volljährigen Schweizerinnen und Schweizern auch wahrgenommen werden. Ausländerinnen und Ausländer sowie Jugendliche unter 18 Jahren sind von dieser Form der Partizipation ausgeschlossen.
Der Indikator gibt die eidgenössische Stimm- oder Wahlbeteiligung wieder. Die Betrachtung der Beteiligungsquoten bei Vorlagen, welche die ganze Schweiz betreffen und die an denselben Sonntagen zur Abstimmung gelangen, sowie die Verwendung einer Definition der «eingeschriebenen Wählerinnen und Wähler», die allgemein akzeptiert ist, erleichtert die Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

Kontextuelle Angaben
Die Tatsache, dass Abstimmen im Kanton Schaffhausen obligatorisch ist, kann sich auf die Beteiligungsquote in diesem Kanton auswirken. Kantone, die die Möglichkeit der brieflichen oder Online-Abstimmung bieten, könnten ebenfalls eine höhere Beteiligungsquote erzielen als die Kantone, in denen diese Möglichkeit nicht zur Verfügung steht.

Die Partizipation aller Gesellschaftsmitglieder an lokalen und gesamtgesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen ist ein Kerngedanke der nachhaltigen Entwicklung. In der Schweiz hat die Bevölkerung diverse institutionelle und soziale Partizipationsmöglichkeiten. Das Interesse und die Teilnahme der Menschen und der Regionen an gesellschaftlichen und politischen Prozessen fördert die Verankerung dieser Prozesse in der Gesellschaft.

Pflanzenartenvielfalt ( Kantone · Umwelt · U1: Biodiversität )

Der Indikatorwert entspricht der mittleren Artenzahl der Gefässpflanzen pro Quadratkilometer, standardisiert für eine Höhe von 500 m ü. M.

Die Rohdaten für die Berechnung des Indikators stammen aus den schweizweiten Erhebungen der Gefässpflanzen zum Indikator Artenvielfalt in Landschaften (Z7) des Biodiversitätsmonitorings Schweiz (BDM). Die Vorkommen von Gefässpflanzen werden auf Stichprobenflächen (Rasterzellen) von einem Quadratkilometer nach standardisierten Methoden erhoben. Das Stichprobenetz bildet ein regelmässiges Raster, das über der Schweiz liegt, ausgehend von einem zufällig gewählten Punkt.

Entsprechend der Kantonsgrösse liegen unterschiedlich viele BDM-Stichprobenflächen in den einzelnen Kantonen. Bei kleinen Kantonen mit einer geringen Anzahl BDM Flächen ist der Indikator stark abhängig von der Lage der BDM Flächen und der Indikatorwert ist entsprechend ungenau und zufällig. Aus diesem Grund wird für Kantone mit weniger als fünf Stichprobenflächen keinen Indikatorwert veröffentlicht.

Die Methodologie wird im Bericht «Indikator U1-Biodiversität des Cercle Indicateurs – Erarbeitung der Methoden» hergeleitet und detailliert beschrieben. Weitere Informationen über den Indikator Artenvielfalt in Landschaften (Z7) und das BDM sind unter www.biodiversitymonitoring.ch zu finden.
Pflanzen stehen als Primärproduzenten an der Basis vieler Nahrungsketten. Kommen viele verschieden Gefässpflanzen vor, dann können auch viele Konsumenten vorkommen. Entsprechend kann eine hohe Pflanzenartenvielfalt stellvertretend für eine insgesamt hohe Biodiversität angesehen werden.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.
Die Vertrauensintervalle sind auf www.cercleindicateurs.bfs.admin.ch verfügbar.

Kontextuelle Angaben
Neben dem menschlichen Einfluss bestimmen biogeografische Verbreitungsmuster und physische Faktoren wie Geologie, Relief und Klima das natürliche Potenzial der Artenvielfalt von Landschaften. Bei der Berechnung des Indikators wurden die Höhenunterschiede zwischen den Kantonen, die einen grossen Teil des natürlichen Potenzials der Artenvielfalt in einem Kanton erklären, schon berücksichtigt. Weitere naturgegebene Unterschiede zwischen den Kantonen, zum Beispiel aufgrund der geologischen Verhältnisse oder des Waldanteils, sind bei der Interpretation des Indikators zusätzlich zu berücksichtigen.

Der gesamte Artenreichtum der Gefässpflanzen in Landschaften ist abhängig von der Vielfalt und Qualität der Lebensräume: Je mehr verschiedene Lebensraumtypen wie etwa Wiesen, Wald oder Äcker in einer Landschaft vorkommen, desto mehr Arten finden einen geeigneten Lebensraum.

Weiter kommt es auf die Qualität der Lebensräume an. So ist es beispielsweise relevant, ob es auf einer Stichprobenfläche nur Fettwiesen gibt oder auch Magerwiesen. In intensiv besiedelten Gebieten wie der Schweiz, wird die Artenvielfalt der Gefässpflanzen vor allem durch die Art und Intensität der Landnutzung bestimmt.

Artenarme Stichprobenflächen unterscheiden sich von artenreichen vor allem durch das Fehlen von mittelhäufigen Habitattypen wie etwa Magerwiesen. Wenn diese Lebensräume fehlen, finden auch die für sie charakteristischen Arten keinen Lebensraum mehr. Häufige und verbreitete Arten sind auf fast jeder Stichprobenfläche zu finden und reagieren daher nicht sensitiv auf Umweltveränderungen. Auch sehr seltene Arten mit beschränkter Verbreitung sind für den Indikator wenig relevant, da sie nur ganz selten und zufällig auf BDM- Stichprobenflächen leben. Der Indikatorwert wird also vor allem durch mittelhäufige Arten beeinflusst.

Hinweise für die Interpretation der Zeitreihen
Der Indikator macht keine Wertung der nachgewiesenen Gefässpflanzenarten. Somit werden beispielsweise auch gebietsfremde Pflanzen (Neophyten) berücksichtigt. Viele Neophyten haben seit Anfang der 2000 Jahre stark zugenommen. Sie machen aber nur rund sechs Prozent aller Gefässpflanzen-Artbeobachtungen des Indikators aus und beeinflussen den Indikatorwert deshalb kaum. Unter den Neophyten haben seit 2001 besonders diejenigen Arten zugenommen, die eine hohe Affinität zu höheren Temperaturen haben wie beispielsweise das Einjährige Berufskraut (Erigeron annuus s.l.) oder der Götterbaum (Ailanthus XXXXXX).

Neben den Neophyten haben aber auch einheimische Pflanzenarten verschiedener ökologischen Gruppen zugenommen. Am meisten Arten mit Ausbreitungstendenz hat die Gruppe der Ruderalpflanzen tiefer und milder Lagen (die Ruderalpflanzen sind Pflanzen, die spontan offene aber nicht genutzte Flächen wie z.B. Brache, Trümmer, Eisenbahnlinien oder Wegränder besiedeln). Darunter befinden sich vor allem Pflanzenarten mit kurzem Lebenszyklus, die innert ein bis zwei Jahren keimen, blühen, viele Samen bilden und dann absterben. Beispiele für solche Arten sind die Graugrüne Borstenhirse (Setaria pumila) oder der Portulak (Portulaca oleracea). Neben den Ruderalpflanzen haben sich insbesondere in den Landschaften tiefer Lagen der Schweiz wärmezeigende und trockenresistente Gefässpflanzenarten überdurchschnittlich stark ausbreiten. Diesen Veränderungen der Artenzusammensetzungen ist bei der Interpretation der Ergebnisse Rechnung zu tragen.

Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung sollen die Artenvielfalt, die Vielfalt von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen sowie die genetische Vielfalt erhalten werden. Die Biodiversität ist eine wichtige Grundlage für lebensnotwendige Leistungen der Ökosysteme z. B. für die Ernährung, den Wasserkreislauf oder die Medizin. Sie ist somit eine fundamentale Ressource und ein Naturerbe, die es für die nächsten Generationen zu erhalten gilt. Das Zusammenspiel der verschiedenen Arten hält die Ökosysteme im Gleichgewicht und die Vielfalt ermöglicht langfristig die Anpassung an sich verändernde klimatische Bedingungen. Die Qualität und die Vernetzung der Lebensräume sind für die Biodiversität entscheidend. Dies gilt insbesondere für urbane Gebiete, die eine grosse Lebensraumdiversität haben und zahlreiche Arten beherbergen können.

Nettoverschuldungsquotient ( Kantone · Wirtschaft · W10: Öffentlicher Haushalt )

Der Nettoverschuldungsquotient gibt an, welcher Anteil der jährlichen Fiskalerträge erforderlich wäre, um die Nettoschulden abzutragen. Er wird berechnet, indem die Nettoschulden I durch die Fiskalerträge dividiert wird.

Die Formel, um den Nettoverschuldungsquotienten gemäss Harmonisiertem Rechnungslegungsmodell (HRM2) zu berechnen, ist die folgende:

(20 Fremdkapital - 2068 Passivierte Investitionsbeiträge - 10 Finanzvermögen) / (40 Fiskalertrag).

Die Formel, um den Nettoverschuldungsquotienten gemäss altem Harmonisiertem Rechnungslegungsmodell (HRM1) zu berechnen, ist die folgende:

(20 bis 25 Fremdkapital - 10 bis 13 Finanzvermögen) / (40 Fiskalertrag).
Der Nettoverschuldungsquotient ist ein klassischer Indikator der öffentlichen Finanzen und der nachhaltigen Entwicklung. Er zeigt, welche finanzielle Last heutiger Vorhaben auf zukünftige Generationen abgewälzt wird. Der Schuldendienst (Zinszahlungen und möglicherweise jährliche Rückzahlungen des geliehenen Kapitals) bindet manchmal beträchtliche finanzielle Mittel, was den Handlungsspielraum der Kantone und der Städte einschränken kann. Der Bund und zahlreiche Kantone verfügen über einen Mechanismus der Schuldenbremse, gemäss dem in der Regel über einen Konjunkturzyklus hinweg die Ausgaben nicht grösser als die Einnahmen sein dürfen. Ausserdem gehört der Nettoverschuldungsquotient zu den Finanzkennzahlen erster Priorität im HRM2 (vgl. Anhang B1, Tabelle 18.1).
Das Handbuch des Harmonisierten Rechnungslegungsmodells HRM2 gibt folgende Richtwerte für die Interpretation des Nettoverschuldungsquotienten an:
- niedriger als 100%: gut
- zwischen 100% und 150%: genügend
- höher als 150%: schlecht.

Beim Quervergleich des Indikators gilt es zu beachten, dass die der Berechnung zugrundeliegenden Beträge der Steuereinnahmen nicht für alle Kantone dieselben Steuerarten umfassen. Jeder Kanton kann - bis zu einem gewissen Grad - die Art der Steuern, die er erhebt, selber bestimmen. Dieser Umstand kann einen Einfluss auf die Vergleichbarkeit der Resultate haben.

Der öffentliche Haushalt der Kantone und Städte muss zwei Bedingungen der nachhaltigen Entwicklung erfüllen: Er finanziert die Bedürfnisse und ermöglicht Investitionen der aktuellen Generation, gleichzeitig gewährleistet er die Handlungsfähigkeit zukünftiger Generationen. In diesem Sinn soll die öffentliche Verschuldung nicht so weit gehen, dass sie die Möglichkeiten künftiger Generationen gefährdet, ihre Bedürfnisse zu decken. Wichtig ist somit eine tragbare Schuldenlast der öffentlichen Haushalte.

CO₂-Emissionen ( Kantone · Umwelt · U5: Klima )

Energetische stationäre und mobile CO₂-Emissionen pro Einwohner/in (ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember) und Jahr. Die CO₂-Emissionen werden mittels des EcoRegion-Rechners der Firma Ecospeed geschätzt.
CO₂-Emissionen machen in der Schweiz einen Grossteil der Treibhausgase aus. Sie entstehen vor allem bei der Verbrennung fossiler Brenn- und Treibstoffe. Treibhausgasemissionen sind Gegenstand internationaler Verhandlungen und Abkommen (Kyoto-Protokoll). Das CO₂-Gesetz legt fest, dass der Treibhausgasausstoss (CO₂-Äquivalente) bis 2020 um mindestens 20% gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden muss. Basis für die Ermittlung von Daten zu den Treibhausgas-Emissionen ist grösstenteils die Energiestatistik. Da nicht alle Kantone über Energiestatistiken verfügen, werden die CO₂-Emissionen anhand einer Energie- und Treibhausgas-Bilanzierungssoftware geschätzt. Die Vergleichbarkeit zwischen den Kantonen ist nur beschränkt gewährleistet, da es keine gesamtschweizerischen Richtlinien für die Verwendung der Bilanzierungssoftwares gibt.
Der Indikator dient alleine dem Monitoring. Vergleiche zwischen den Kantonen sind nicht möglich.

Der Klimawandel als Folge der vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen gehört zu den grössten Herausforderungen der nachhaltigen Entwicklung. Er wirkt sich in unterschiedlichen Regionen der Erde unterschiedlich aus. Folgen des Klimawandels sind beispielsweise anhaltende Dürren, extreme Wetterereignisse, Veränderungen der Landschaften und der Ökosysteme oder der Anstieg des Meeresspiegels. In der Schweiz sind die alpinen Gebiete durch die Auswirkungen besonders betroffen. Die Industrieländer stossen durch ihren Verbrauch direkt und indirekt (Importe) überproportionale Mengen an Treibhausgasen aus. Darum sind vor allem sie angehalten, Massnahmen zum Schutz des Klimas und zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in betroffenen Ländern umzusetzen. Treibhausgase entstehen in erster Linie beim Verbrauch fossiler Energieträger, somit ist dieser Zielbereich eng mit den Zielbereichen „Energieverbrauch“ und „Energiequalität“ verbunden.

Gesamtenergieverbrauch ( Kantone · Umwelt · U4: Energieverbrauch )

Gesamtenergieverbrauch pro Einwohner/in (ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember) und Jahr, geschätzt mittels des EcoRegion-Rechners der Firma Ecospeed.
Der Indikator zeigt den Energieverbrauch pro Einwohnerin und Einwohner. Da nicht alle Kantone über Energiestatistiken verfügen, wird der Gesamtenergieverbrauch anhand einer Energie- und Treibhausgas-Bilanzierungssoftware geschätzt. Die Vergleichbarkeit zwischen den Kantonen ist nur beschränkt gewährleistet, da es keine gesamtschweizerischen Richtlinien für die Verwendung der Bilanzierungssoftware gibt.
Der Indikator dient alleine dem Monitoring. Vergleiche zwischen den Kantonen sind nicht möglich.

Der Energieverbrauch und der weltweite Energiebedarf gehören aufgrund des dadurch verursachten Ressourcenverbrauchs, der Umweltbelastungen und des politischen Konfliktpotenzials weltweit zu den dominierenden Nachhaltigkeitsproblemen. Eine ausreichende Energieversorgung ist aber Voraussetzung für den Wohlstand und eine leistungsfähige Wirtschaft. Durch den Verbrauch von beschränkt verfügbaren, nicht erneuerbaren Ressourcen wird die Deckung des Energiebedarfs künftiger Generationen gefährdet. Durch den CO₂-Ausstoss von fossilen Energiequellen ist der Energieverbrauch eng mit dem Zielbereich „Klima“ verbunden.

Hilfsaktionen ( Kantone · Gesellschaft · G12: Überregionale Solidarität )

Anteil der Hilfsaktionen in der Schweiz und im Ausland (Sofort- und Entwicklungshilfe) am Total des Aufwands des Kantons.

Die berücksichtigten Hilfsaktionen enthalten Patenschaften für bedrängte Gemeinden im Inland und Beiträge an gemeinnützige, im Ausland tätige Institutionen (Caritas, HEKS, IKRK, usw.).
Die Solidarität mit Not leidenden Personen in anderen Landesteilen und im Ausland kann durch finanzielles Engagement bekräftigt werden. Der Anteil der Ausgaben für Hilfsaktionen eines Kantons oder einer Stadt zeigt das Ausmass dieses Engagements. Hilfsaktionen von Privatpersonen, Nichtregierungsorganisationen oder der Wirtschaft werden in diesem Indikator nicht berücksichtigt. Ebenso wenig ermöglicht er Aussagen zur Wirksamkeit des finanziellen Beitrags.
Die Zuteilung der Ausgaben zur Kategorie «Hilfsaktionen» wird nicht zwingend gesamtschweizerisch einheitlich gehandhabt. Es gilt zudem zu beachten, dass Transferzählungen (d.h. zum Beispiel die Beträge, die der Bund einem Kanton für ein Hilfsprojekt ausbezahlt) nicht vom Betrag der kantonalen Ausgaben abgezogen werden. Aus diesen beiden Gründen ist der interkantonale Vergleich nur beschränkt möglich.

Das föderale System der Schweiz gewährt den Kantonen und teilweise auch den Städten eine Finanzautonomie, weshalb diesen keine einheitlichen Rechnungslegungsstandards auferlegt werden können. Aus diesem Grund können die Daten der Eidgenössischen Finanzverwaltung von denjenigen der teilnehmenden Kantone des Cercle Indicateurs abweichen.

Überregionale Solidarität ist eines der zentralen Nachhaltigkeitsprinzipien. Ressourcen sollen gerecht verteilt und die Integration benachteiligter Regionen wirtschaftlich, sozial, kulturell und politisch gefördert werden. Durch Solidaritätsleistungen werden Regionen gefördert, die aufgrund topografischer oder soziodemografischer Faktoren übermässige Lasten tragen. Auch die internationale Solidarität ist zentral für die nachhaltige Entwicklung – ein globales Konzept, das nicht vor administrativen und politischen Grenzen Halt macht. Neben der Solidarität zwischen Regionen spielt die Solidarität zwischen Bevölkerungsgruppen und Generationen eine wichtige Rolle. Diese Formen der Solidarität werden in anderen Zielbereichen erfasst.

Frauen in Kaderpositionen ( Kantone · Gesellschaft · G11: Chancengleichheit )

Anteil Frauen in Kaderpositionen am Total der Erwerbstätigen in Kaderpositionen. Die Kaderpositionen umfassen:

- Selbstständige mit Arbeitnehmende
- Arbeitnehmende in eigener Firma mit Arbeitnehmenden
- Arbeitnehmende in Unternehmensleitung
- Arbeitnehmende mit Vorgesetztenfunktion.
Die Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt wird beispielsweise durch den ungleichen Zugang zu Führungspositionen behindert, ebenso durch eine unterschiedliche Entlohnung bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit. Der Anteil von Frauen in Kaderpositionen zeigt die Verteilung von Macht und der davon abhängigen finanziellen Ressourcen.
Die Ergebnisse fallen in ein 95%-Vertrauensintervall, dessen Breite je nach Kanton stark variiert. Dies hängt insbesondere von der Grösse der Stichprobe der für die Berechnung ausgesuchten Bevölkerungsgruppe sowie von der erzielten Antwortquote ab. Bei den kantonalen Werten, die auf einer geringen Anzahl Beobachtungen basieren, ist Vorsicht geboten.
Die Vertrauensintervalle sind auf www.cercleindicateurs.bfs.admin.ch verfügbar.

Chancengleichheit ist eine zentrale Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung. Wichtig sind dabei institutionelle Rahmenbedingungen, damit alle Menschen ihr Leben selbst gestalten können, Zugang zu Existenzgrundlagen haben und an gesellschaftlichen Entscheiden teilnehmen können. Von besonderer Bedeutung ist in der Schweiz immer noch die Gleichstellung von Frau und Mann, die unter anderem durch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefördert werden kann. Auch die soziale Herkunft, die sexuelle Orientierung, die Religionszugehörigkeit, das Alter oder die physische und intellektuelle Leistungsfähigkeit dürfen die Chancen im Bildungsverlauf, auf dem Arbeitsmarkt, im sozialen Beziehungsnetz und in der Politik nicht beeinträchtigen.

Einbürgerungen ( Kantone · Gesellschaft · G10: Integration )

Anzahl der vom Bund bewilligten Einbürgerungsgesuche pro Jahr, die von im Kanton wohnhaften Ausländerinnen und Ausländer eingereicht werden, pro 1000 Ausländer/innen (Aufenthalter/innen – inklusive Kurzaufenthalter ≥ 12 Monate – und Niedergelassene), die im Kanton wohnen. Im Kernindikatorwert werden sowohl die ordentlichen als auch die erleichterten Einbürgerungen erfasst sowie die Wiedereinbürgerungen.
Der Erwerb der Schweizer Staatsbürgerschaft ermöglicht Einwohnerinnen und Einwohnern ausländischer Herkunft die volle politische Partizipation. Der Anteil der Eingebürgerten am Total der ausländischen Wohnbevölkerung zeigt somit das Ausmass ihrer politisch-institutionellen Integration. Der Wert des Indikators wird zum einen durch den Einbürgerungswillen der Ausländerinnen und Ausländer und zum anderen durch die Einbürgerungsbereitschaft des Kantons und der Gemeinden bestimmt. Der Indikator gibt keine direkte Auskunft über die kulturelle und sozioökonomische Integration.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.

Kontextuelle Angaben
Bei den Quervergleichen ist zu beachten, dass die rohe Einbürgerungsziffer teilweise von strukturellen Gründen in Zusammenhang mit der untersuchten Population und deren ungleichen Verteilung in der Schweiz abhängig ist (der Altersaufbau oder die Aufenthaltsdauer der ausländischen Bevölkerung können zwischen zwei Gemeinden oder Kantonen unterschiedlich sein und sich auf die rohe Einbürgerungsziffer auswirken).

Der soziale Zusammenhalt und die Integration aller Personen ins wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Leben sind grundlegende Anliegen der nachhaltigen Entwicklung. Eine heterogene Gesellschaft begünstigt die individuelle Lebensgestaltung und die Gesellschaft profitiert von einem breiten Erfahrungsspektrum ihrer Mitglieder. Sie bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich: Eine geringe soziale und berufliche Integration erhöht das Risiko von Arbeitslosigkeit, Armut, Krankheit und Kriminalität. Besondere Aufmerksamkeit gilt somit Menschen, die von Isolation und Ausgrenzung betroffen sein können, z. B. Menschen mit einer Behinderung, ältere Menschen, Menschen mit einem geringen Bildungsstand oder Menschen mit Migrationshintergrund. Durch Integration soll allen Personen Chancengleichheit beim Zugang zu den wichtigen Ressourcen in der Gesellschaft ermöglicht werden. Integration ist durch mehrere Komponenten gekennzeichnet: eine ökonomische (genügend finanzielle Ressourcen), eine kulturelle (z. B. die Fähigkeit zur mündlichen und schriftlichen Kommunikation), eine soziale (z. B. ein ausreichendes Beziehungsnetz) und eine institutionelle (z. B. Zugang zu Rechten und Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern).

Bezüger/innen von Sozialhilfeleistungen ( Kantone · Gesellschaft · G9: Soziale Unterstützung )

Anteil der Sozialhilfeempfänger/innen an der ständigen Wohnbevölkerung.

Die Sozialhilfeempfängerinnen und –empfänger sind alle Personen, die im Erhebungsjahr mindestens eine Zahlung im Rahmen der Sozialhilfe erhalten haben.

Sozialhilfe, wie sie hier verstanden wird, ist bedarfsabhängig und soll die materielle und soziale Existenz sichern. Es ist weder eine allgemeine Grundversorgungs- noch eine Sozialversicherungsleistung.
Die Sozialhilfe ist ein wichtiges Element der sozialen Unterstützung. Sozialhilfeleistungen sollen Bedürftigen genügend finanzielle Unterstützung geben und sie im Sinne eines Auffangnetzes vor Armut und Isolation bewahren. Allerdings sollen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen so ausgestaltet werden, dass Sozialhilfe so wenig wie möglich notwendig wird.
Aus Sicht der Daten gibt es keine Vorbehalte gegenüber allfälligen interkantonalen Vergleichen.

Kontextuelle Angaben
Es gilt zu beachten, dass die der Sozialhilfe vorgelagerten bedarfsabhängigen Leistungen (Alimentenbevorschussung, Eltern- und Mutterschaftsbeihilfen, Wohnbeihilfen und kantonale Arbeitslosenhilfe) von Kanton zu Kanton unterschiedlich sind. Der Umfang dieser Leistungen kann sich auf die Sozialhilfequote auswirken.

Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit sind grundlegende Anforderungen an eine solidarische, nachhaltige Gesellschaft. Um diese Anliegen zu erfüllen, erhalten Mitglieder der Gesellschaft, die Schwierigkeiten haben sich in gesellschaftliche oder wirtschaftliche Prozesse zu integrieren, soziale Unterstützung. Diese Solidaritätsleistung wird als gesellschaftliche Ressource verstanden, die benachteiligte Personen bei der langfristigen (Wieder-)Eingliederung in die selbständige Existenzsicherung unterstützt. Eine vorausschauende Sicherung der Finanzierung der Sozialversicherungen ermöglicht die soziale Unterstützung langfristig.

Jugendliche in Ausbildung ( Kantone · Gesellschaft · G8: Bildung )

Anteil der 18-Jährigen, die sich in Ausbildung befinden (Sekundarstufe II), an der gleichaltrigen ständigen Wohnbevölkerung (Schulbesuchsquote der 18-Jährigen).

Die Sekundarstufe II entspricht der Ausbildung, die der obligatorischen Basisausbildung unmittelbar folgt. Sie umfasst allgemein bildende Ausbildungsgänge (Maturitätsschulen, Fachmittelschulen, Passerelle „Berufsmaturität – universitäre Hochschulen“) und berufsorientierte Ausbildungsgänge (Betriebslehre, Berufsfachschulen, Berufsmaturität). Die Übergangsausbildungen (Vorlehre und andere allgemein bildende Ausbildungen, die kürzer als 2 Jahre sind) werden nicht berücksichtigt.

Da das Bildungssystem in der Schweiz auf kantonaler Ebene definiert wird, können die Ausbildungsgänge und Bildungsmöglichkeiten der Sekundarstufe II von Kanton zu Kanton unterschiedlich sein. Eine detaillierte Liste der Ausbildungsgänge nach Kanton ist auf der folgenden Webseite verfügbar:

http://www.portal-stat.admin.ch/isced97/index.html
> „Bildungslandschaft Schweiz“ wählen > Kanton sowie ISCED Stufe wählen (die Sekundarstufe II enthält die ISCED Stufen 3A, 3B und 3C).

Für die Berechnung des Indikators wird der Kanton des ständigen Wohnsitzes der Studierenden verwendet, und nicht der Kanton der Ausbildung.
Eine Ausbildung nach der obligatorischen Schulzeit fördert die persönliche Entwicklung der Jugendlichen und erleichtert ihnen die sozioökonomische Integration. Der Indikator zeigt den Anteil der 18-Jährigen, die sich in Ausbildung auf Sekundarstufe II befinden. Personen mit einem postobligatorischen Bildungsabschluss sind beispielsweise seltener von Arbeitslosigkeit oder prekären Anstellungsbedingungen betroffen.
Die Ergebnisse der Kantone mit geringer Bevölkerungszahl können von Jahr zu Jahr grossen Schwankungen unterliegen. Diese Werte sind deshalb mit Vorsicht zu interpretieren.

Bildung ist eine zentrale individuelle und gesellschaftliche Ressource. Sie befähigt Menschen u. a. mit dem gesellschaftlichen Wandel umzugehen, sich persönlich und wirtschaftlich zu entwickeln, der Umwelt Sorge zu tragen, sich politisch zu engagieren und sich am Gesellschaftsleben zu beteiligen. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung soll daher allen Mitgliedern der Gesellschaft gleichermassen Zugang zu ausreichender Grundausbildung und zu Weiterbildung ermöglicht werden, so dass sie entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten ihr Potenzial entwickeln können. Im gesellschaftlichen Bereich steht die nicht berufsspezifische (Aus-)Bildung im Vordergrund. Das berufsspezifische Wissen wird im Zielbereich „Know-how“ erfasst.

Kultur- und Freizeitausgaben ( Kantone · Gesellschaft · G7: Kultur und Freizeit )

Kultur und Freizeitausgaben der öffentlichen Hand pro Einwohner/in (ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember).

Kultur- und Freizeitausgaben sind Ausgaben für:
(i) Kulturerbe (Museen und bildende Kunst, Denkmalpflege und Heimatschutz)
(ii) Kultur, übrige (Bibliotheken, Konzert und Theater, Kultur n.a.g.)
(iii) Medien (Film und Kino, Massmedien)
(iv) Sport und Freizeit
(v) Kirchen und religiöse Angelegenheiten
(vi) F&E in Kultur, Sport und Freizeit, Kirche.

Es werden ausschliesslich die öffentlichen Ausgaben der Kantone berücksichtigt. Die Ausgaben der Gemeinden sind nicht miteingeschlossen.
Voraussetzung für die Befriedigung der Bedürfnisse nach Kultur- und Freizeitaktivitäten der Bevölkerung ist ein vielfältiges Angebot. Finanzielle Förderung durch die öffentliche Hand unterstützt die Entwicklung und den Erhalt eines solchen Angebots. Die öffentlichen Ausgaben für Kultur- und Freizeitangebote zeigen das Ausmass dieser Förderung. Der Indikator bildet jedoch nicht das ganze Ausmass an Ausgaben für die Kultur und Freizeit ab, da ein Teil der Kultur- und Freizeitaktivitäten ohne öffentliche Subventionen auskommt.
Die Zuteilung der Ausgaben zur Kategorie «Kultur und Freizeit» wird nicht zwingend gesamtschweizerisch einheitlich gehandhabt. Es gilt zudem zu beachten, dass Transferzählungen (d.h. zum Beispiel die Beträge, die der Bund einem Kanton für ein kulturelles Projekt ausbezahlt) nicht vom Betrag der kantonalen Ausgaben abgezogen werden. Die Beträge der Ausgaben für Kultur und Freizeit beinhalten auch die Lotteriefonds, von denen jedoch nicht alle Kantone profitieren. Aus diesen drei Gründen ist der interkantonale Vergleich nur beschränkt möglich.

Das föderale System der Schweiz gewährt den Kantonen und teilweise auch den Städten eine Finanzautonomie, weshalb diesen keine einheitlichen Rechnungslegungsstandards auferlegt werden können. Aus diesem Grund können die Daten der Eidgenössischen Finanzverwaltung von denjenigen der teilnehmenden Kantone des Cercle Indicateurs abweichen.




Kultur und Freizeit sind wichtige Faktoren für die individuelle und gesellschaftliche Entwicklung. Dazu gehören die Gewährleistung der kulturellen Vielfalt und der Erhalt des soziokulturellen Erbes. Für die individuelle Lebensqualität ist es wichtig, freie Zeit zu haben, die sich nach eigenen Vorstellungen gestalten lässt. Innerhalb der Gesellschaft fördern die Kultur und Freizeitaktivitäten den Austausch und die Verständigung. Ausserdem tragen Sport-, Kultur- und Tourismusangebote zur Standortattraktivität bei. Freizeitaktivitäten und die damit verbundene Mobilität sollen im Sinne der nachhaltigen Entwicklung umweltverträglich sein.

Nitrat im Grundwasser ( Kantone · Umwelt · U8: Wasserqualität )

Durchschnitt der Nitrat-Konzentration der Messstellen des NAQUA Netzwerkes, die sich in den folgenden Zonen der Hauptbodennutzung befinden: „Ackerbau“, „übrige ganzjährige Landwirtschaft“ und „Siedlung und Verkehr“ (ohne Gewichtung mit der Wassermenge).
Der grösste Teil des Trinkwassers wird in der Schweiz aus dem Grundwasser bezogen. Nitrat ist mengenmässig der wichtigste Schadstoff im Grundwasser und ist ausserdem ein Leitstoff für andere problematische Schadstoffe wie Pflanzenschutzmittel. Erhöhte Nitratgehalte in den Gewässern sind hauptsächlich die Folge von nicht-standortgerechtem Einsatz von stickstoffhaltigen Düngern. Zuviel Nitrat im Wasser kann die menschliche Gesundheit gefährden und in nährstoffarmen Gebieten wie z. B. Mooren das ökologische Gleichgewicht beeinträchtigen. Der in der Gewässerschutzverordnung (GSchV) festgelegte Grenzwert für Nitrat in Grundwasser und Fliessgewässern, die der Trinkwassernutzung dienen, beträgt 25 Milligramm pro Liter.
Bei Quervergleichen gilt es, verschiedene Elemente zu berücksichtigen.
- Je nach Kanton variiert die Zahl der Messstellen. Die Werte der flächenmässig kleinen Kantone basieren auf einer limitierten Anzahl Messungen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass nicht in allen Kantonen Messstellen für alle berücksichtigten Bodennutzungskategorieren (Ackerbau, übrige ganzjährige Landwirtschaft und Siedlung & Verkehr) existieren.
- Die Bodennutzungskategorien werden in Abhängigkeit der Nutzung, die am meisten Fläche in der Zone, in der sich die Messstelle befindet, beansprucht, definiert. Trotzdem kann der Nitratgehalt im Grundwasser von Bodennutzungsarten beeinflusst werden, die sehr kleine Flächen besetzen. Die Messstellenwerte repräsentieren also nicht zu 100% jene Bodennutzungsart, die widerspiegelt werden soll.
- Bei der Interpretation dieser kantonalen Mittelwerte muss im Auge behalten werden, dass das Grundwasser eines Kantons nicht homogen ist, sondern aus unterschiedlich grossen Grundwasservorkommen besteht, die nicht direkt miteinander verbunden sind. Der kantonale Mittelwert wird anhand einiger Stichproben auf dem gesamten Kantonsgebiet festgelegt. Ausserdem ist zu beachten, dass die Einzugsgebiete der Grundwasservorkommen über die Kantonsgrenzen hinausgehen können.

Gute Wasserqualität ist eine grundlegende Ressource für das Wohlbefinden heutiger und zukünftiger Generationen. Während global gesehen die Verschmutzung der Gewässer immer noch ein gravierendes Problem darstellt, ist der Gewässerschutz in der Schweiz dank Kläranlagen und Vorschriften in der Landwirtschaft weit fortgeschritten. Gewisse Schadstoffe sind allerdings problematisch, beispielsweise das Nitrat; oder die Mikroverunreinigungen, die in herkömmlichen Abwasserreinigungen nicht eliminiert werden. Die Abwasserentsorgung erfordert ausserdem viel Energie sowie technischen und finanziellen Aufwand.

Wasserabfluss via ARA ( Kantone · Umwelt · U7: Wasserhaushalt )

Gleitender Mittelwert über drei Jahre der Wasserzuflussmenge zu den ARAs pro angeschlossener-/m Einwohner/in und Jahr.

Mit dem Indikatorwert wird die Zuflussmenge vor der mechanischen Behandlungsstufe erfasst: Die nach dem Vorklärbecken (zwischen mechanischer und biologischer Behandlungsstufe) entlasteten Abwassermengen werden im Indikatorwert mitberücksichtigt, nicht aber die Mischwasserentlastungen vor der ARA.

Die Industrie-ARAs sind nicht berücksichtigt.

Der Indikator zielt darauf ab, die dem natürlichen Wasserkreislauf entzogene Wassermenge zu messen.
Durch den Trink- und Nutzwasserverbrauch sowie durch die Bodenversiegelung werden dem natürlichen Wasserkreislauf erhebliche Wassermengen entzogen. Ein wesentlicher Teil davon fliesst in die Abwasserreinigungsanlagen (ARA). Diese Wassermenge weist auf den Umgang mit der Ressource Wasser hin. Sie wird am Zufluss zur ARA gemessen, womit auch ein Teil der Regenwassermenge erfasst wird, die in die Kanalisation gelangt ist. Der Indikator wird dadurch auch von der Witterung beeinflusst.
Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse hängt von der Qualität der von den Kantonen gelieferten Daten ab.
Gewisse Daten sind in einem Kanton verfügbar und in anderen hingegen nicht. Einige Kantone verfügen beispielsweise über Daten zur Zahl der an eine ARA angeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohner, andere wiederum müssen dabei auf den Wert der ständigen Wohnbevölkerung zurückgreifen.

Kontextuelle Angaben
Bei Quervergleichen gilt es, verschiedene Elemente zu berücksichtigen.
- Nicht immer macht die Tätigkeit einer ARA an der Kantonsgrenze halt. In diesen Fällen umfassen die ARA-Angaben in der Regel alle Gemeinden – einschliesslich jener, die ausserhalb des Kantons liegen – deren Wasser von der betreffenden ARA gereinigt wird.
- Die Industrie-ARA werden vom Indikator nicht berücksichtigt, obschon einige davon die Abwässer von Haushalten behandeln. Diese Information wird vom Indikator also nicht wiedergegeben.
- In bestimmten Fällen ist das Abwassernetz vom Regenwassernetz getrennt (Trennsystem). Ist dies nicht der Fall (Mischsystem), d.h. Regenwasser und Abwasser werden beide in die ARA geführt, können das Niederschlagsvolumen und die Intensität der Niederschläge den Indikatorenwert stark beeinflussen.
- Nicht berücksichtigt werden vom Indikator Entlastungen von unbehandeltem Abwasser und von Mischwasser in den Lebensraum, wenn Kanalisationen oder die ARA gesättigt sind (namentlich bei sehr starken Niederschlägen). Eine ARA, die im Verhältnis zum von ihr zu behandelnden Wasservolumen zu knapp dimensioniert ist, könnte einen guten Indikatorenwert aufweisen, obschon die ARA in Wirklichkeit unbehandeltes Wasser in den Lebensraum abgibt. Die Interpretation des Indikators wäre einfacher, wenn eine Schätzung dieser Wasservolumen vorliegen würde. Diese Schätzungen sind jedoch nicht für alle ARA verfügbar.
- Weitere Schwierigkeiten entstehen, wenn Fremdwasser in das Abwassersystem einsickert. Bei Fremdwasser handelt es sich um Wasser, das ein nicht dafür vorgesehenes Abwassersystem durchläuft (z.B. Grundwasser im Trenn- oder Mischsystem aufgrund mangelnder Dichtigkeit dieser Systeme). Das Volumen dieser Fremdwasser kann den Indikatorenwert ebenfalls beeinflussen.
Schliesslich muss berücksichtigt werden, dass der Indikator nicht das umfassende Phänomen des Wasserentzugs aus dem natürlichen Kreislauf abbilden kann. Das Wasservolumen, das von den Atomkraftwerken, von den Wasserkraftwerken sowie – teilweise – von der Industrie genutzt wird, wird von den Daten des Indikators nicht widergespiegelt, da dieses Wasser nicht von den kommunalen ARA behandelt wird. Dasselbe gilt auch für Wasser, das zur Bewässerung genutzt wird (Gärten, Landwirtschaftsflächen).

Wasser ist eine lebenswichtige Ressource für Menschen, Tiere und Pflanzen. In vielen Ländern ist der Wassermangel ein Problem erster Priorität. In der Schweiz ist der Erhalt des natürlichen Wasserhaushaltes bedeutender. Mit dem Wasserverbrauch, durch die Bodenversiegelung und durch die Energieproduktion werden dem natürlichen Wasserkreislauf erhebliche Wassermengen entzogen. Ausserdem erfordern die Aufbereitung von Trinkwasser und die Abwasserentsorgung viel Energie sowie technischen und finanziellen Aufwand.

Siedlungsabfälle ( Kantone · Umwelt · U6: Rohstoffverbrauch )

Siedlungsabfälle verbrannt plus gesammelte Altstoffe aus Separatsammlungen pro Einwohner/in (ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember) und Jahr.

Nur folgende Altstofffraktionen werden berücksichtigt:
i) Altpapier + Karton (zusammen)
ii) Altglas
iii) Altmetall + Alu + Weissblech (zusammen).

Die Siedlungsabfälle enthalten die aus Haushalten stammenden Abfälle sowie andere Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung. Die Kategorien der separat gesammelten Abfälle in der gegenwärtigen Definition, sind jene, welche auf kommunaler und kantonaler Ebene am ehesten auf gleiche Art und Weise erfasst werden.
Eine grosse Abfallmenge ist mit einem hohen Rohstoffverbrauch verbunden und bei ihrer Entsorgung entstehen wiederum Schadstoffe. Die Menge der Siedlungsabfälle gibt ein Abbild der Materialmenge, die von den Haushalten und vom Gewerbe verbraucht wird. Der Indikator zur gesamten Menge der Siedlungsabfälle umfasst sowohl den zu verbrennenden Kehricht als auch die separat gesammelten Altstoffe.
Die Bewirtschaftung von urbanen Abfällen ist hauptsächlich Sache der Kantone und der Gemeinden. Es gibt ausserdem keine eidgenössische Empfehlung für die Erfassung dieser Abfälle. Dementsprechend ist die Datenvergleichbarkeit limitiert.

Kontextuelle Angaben
Bei Quervergleichen darf nicht vergessen werden, dass Tourismuskantone sowie Kantone mit positivem Pendlersaldo bei diesem Indikator höhere Werte aufweisen.

Für die nachhaltige Entwicklung ist ein sparsamer Rohstoffverbrauch wichtig. Der sorgsame Umgang mit erneuerbaren und nicht erneuerbaren Materialien und Stoffen ist eine Voraussetzung, um Versorgungs- und Entsorgungsprobleme für die aktuellen und zukünftigen Generationen zu vermeiden. In diesem Sinne sollen Stoffkreisläufe generell geschlossen werden, die Abfallproduktion minimiert und die Verwertung von Altstoffen gefördert werden. Umweltbelastungen, die durch Abfall verursacht werden, sind zu vermeiden. Lebensqualität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sollen mit einem sparsamen und effizienten Ressourcenverbrauch erreicht werden.

Fläche wertvoller Naturräume ( Kantone · Umwelt · U2: Natur und Landschaft )

Summe geschützter Flächen in Prozent der Kantonsfläche:

A) Naturschutzgebiete von nationaler, kantonaler und kommunaler Bedeutung mit effektivem Flächenschutz (grundeigentümerverbindlichen Schutz oder Schutz durch Vertrag mit dem Eigentümer oder Bewirtschafter).

Die folgenden Flächen kommen in Frage:

1) Biotope von kantonaler (=regionaler) / kommunaler (=lokaler) Bedeutung.

2) Biotope von nationaler Bedeutung:
- Flachmoore
- Hochmoore
- Moorlandschaften
- Auen
- Amphibienlaichgebiete
- Trockenwiesen und -weiden (TWW).

Die Smaradgebiete und die Wasser- und Zugvogelreservate sind in der Regel Flächen, die bereits in einem nationalen oder kantonalen Inventar enthalten sind – sie müssen daher nicht gesondert aufgeführt werden.

3) Kernzonen der Nationalpärke
Die folgenden Flächen sind nicht zu berücksichtigen:
- Landschaftsschutzzonen
- Regionale Naturpärke
- Naturerlebnispärke
- Umgebungszonen der Nationalpärke
- Gewässerstrecken von nationaler Bedeutung
- Eidgenössische Jagdbanngebiete.

B) Erhebungen 2005 bis 2015 : Landwirtschaftliche Vertragsflächen, welche die Qualitätskriterien ge-mäss Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV) erfüllen.
Ab Erhebung 2017 : Biodiversitätsförderflächen (BFF) gemäss der Direktzahlungsverordnung (DZV), welche die Kriterien zum Bezug von Qualitätsbeiträgen der Qualitätsstufe II erfüllen und schon in der ÖQV berücksichtigt wurden. Dazu gehören die folgenden BFF:
- Extensiv genutzte Wiesen
- Wenig intensiv genutzte Wiesen
- Extensiv genutzte Weiden
- Waldweiden
- Streueflächen
- Hecken, Feld- und Ufergehölze
- Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt
- Hochstamm-Feldobstbäume
Nicht zu berücksichtigen sind Artenreiche Grün- und Streuflächen im Sömmerungsgebiet, welche ge-mäss DZV ebenfalls zu Qualitätsbeiträgen der Qualitätsstufe II berechtigen.

Die Flächen mit Vernetzungsbeitrag sind nicht zu berücksichtigen wegen deren unterschiedlichen Qua-lität.

C) Waldreservate (Naturwaldreservate und Sonderwaldreservate).

Der Indikator besteht aus der Summe verschiedener Flächenkategorien. Flächen, die unter verschiedenen Kategorien erfasst werden, werden somit doppelt gezählt. Allfällige Doppelzählungen sollen mittels Quantifizierung oder Schätzung ausgeschieden werden.

Im Nenner des Indikators wird die Kantonsfläche inklusiv Seefläche erfasst.
Wertvolle Naturräume bzw. naturnahe Flächen sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt, der Landschaft und des Landschaftsbildes bei, bilden Trittsteine in der Vernetzung der Lebensräume und dienen der Erholung des Menschen. Diese Funktionen können sich sowohl gegenseitig überlagern als auch konkurrenzieren. Der Indikator misst den Anteil der Schutzflächen und gibt dadurch einen Hinweis auf die Bedeutung, welche Politik und Gesellschaft den Naturräumen beimessen.
Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse hängt von der Qualität der von den Kantonen gelieferten Daten ab. Ausschlaggebend ist, ob die Kantone in der Lage sind, die Doppelzählungen, d.h. die Flächen, die in mehreren Kategorien auftreten, in Abzug zu bringen. Ausserdem ist anzumerken, dass die Definitionen der zu erhebenden Räume von den teilnehmenden Kantonen nicht zwingend gleich interpretiert werden. Ein weiteres Element, das den Quervergleich beeinflussen kann, sind die in einigen Kantonen fehlenden Daten zu den kommunalen Naturschutzgebieten, die eigentlich in den Daten zu den erhobenen Flächen integriert sein sollten.

Kontextuelle Angaben
Unproduktive Flächen werden nicht unbedingt geschützt. Kantone mit vielen solchen Flächen weisen unweigerlich einen kleineren Anteil geschützter Gebiete auf als die übrigen Kantone.
Die stark urbanisierten Kantone verfügen ihrerseits über begrenzte Flächen, welche geschützt werden können und weisen auch einen vergleichbar geringen Anteil geschützter Gebiete auf.
Bei der Interpretation der Ergebnisse muss beachtet werden, dass der Indikator ausschliesslich die geschützten Naturräume erhebt. Bestimmte Flächen, die einen erhöhten ökologischen Wert aufweisen, jedoch nicht geschützt sind, werden vom Indikator nicht wiedergegeben. Umgekehrt können bestimmte Räume geschützt sein, damit sich ihr ökologischer Wert erhöht. Diese werden vom Indikator gezählt, obschon sie zum Zeitpunkt der Erhebung keinen besonders hohen ökologischen Wert aufweisen.

Die Erhaltung einer wertvollen Natur und Landschaft, qualitativ und quantitativ, ist für das Wohlbefinden der heutigen und zukünftigen Generationen wichtig. Dazu gehören der Erhalt und die Aufwertung naturnaher Lebensräume sowie die angepasste Bewirtschaftung und Pflege von Kulturlandschaften. Sowohl global als auch in der Schweiz ist der Schutz von Natur und Landschaft eine grosse Herausforderung, da der Druck durch Ausdehnung der Siedlungsfläche, Ausbau der Verkehrsnetze, Energieproduktion und weitere Nutzungen stetig zunimmt. Diese Entwicklungen beeinträchtigen die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen, die Biodiversität sowie die natürlichen Lebensräume und die Kulturlandschaften, die teilweise über lange Zeit entstanden sind und nicht kurzfristig erneuert werden können.

Separatsammelquote ( Kantone · Umwelt · U6: Rohstoffverbrauch )

Separatsammelquote = [Gesammelte Altstoffe aus Separatsammlungen] / ([Siedlungsabfälle verbrannt] + [Gesammelte Altstoffe aus Separatsammlungen]).

Nur folgende Altstofffraktionen werden berücksichtigt:
i) Altpapier + Karton (zusammen)
ii) Altglas
iii) Altmetall + Alu + Weissblech (zusammen).

Die Siedlungsabfälle enthalten die aus Haushalten stammenden Abfälle sowie andere Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung.
Die Separatsammelquote zeigt den Anteil der separat gesammelten Altstoffe an den Siedlungsabfällen. Die Wiederverwertung dieser Altstoffe trägt zur Reduktion des Verbrauchs von Rohstoffen und Energie sowie zur Schliessung von Stoffkreisläufen bei.
Da das Sammeln und Erheben von Abfällen nicht einheitlich erfolgt, wirkt sich dies auch auf die Werte des Indikators aus.

Kontextuelle Angaben
Bei der Interpretation der Ergebnisse darf nicht vergessen werden, dass die Modalitäten beim Sammeln von Abfällen von Gemeinde zu Gemeinde stark variieren können.
Der Indikator berücksichtigt nicht alle gesammelten Altstoffe aus Separatsammlungen (z.B. PET oder Grüngut). Der Indikator konzentriert sich auf jene Abfallkategorien, die am ehesten in der ganzen Schweiz einheitlich gesammelt werden.

Für die nachhaltige Entwicklung ist ein sparsamer Rohstoffverbrauch wichtig. Der sorgsame Umgang mit erneuerbaren und nicht erneuerbaren Materialien und Stoffen ist eine Voraussetzung, um Versorgungs- und Entsorgungsprobleme für die aktuellen und zukünftigen Generationen zu vermeiden. In diesem Sinne sollen Stoffkreisläufe generell geschlossen werden, die Abfallproduktion minimiert und die Verwertung von Altstoffen gefördert werden. Umweltbelastungen, die durch Abfall verursacht werden, sind zu vermeiden. Lebensqualität und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sollen mit einem sparsamen und effizienten Ressourcenverbrauch erreicht werden.

Schwere Gewaltstraftaten ( Kantone · Gesellschaft · G4: Sicherheit )

Anzahl der von der Polizei pro 100'000 Einwohner/innen (ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember) und Jahr registrierten schweren Gewaltstraftaten. Gemäss der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) zählen die folgenden strafbaren Handlungen zu den schweren Gewaltdelikten:

- Tötungsdelikte (Art. 111-116 StGB)
- Schwere Körperverletzung (Art. 122 StGB)
- Verstümmelung weiblicher Genitalien (Art. 124 StGB, in Kraft seit 1. Juli 2012)
- Raub (Art. 140 Abs. 4 StGB)
- Geiselnahme (Art. 185 StGB)
- Vergewaltigung (Art. 190 StGB).
Die Anzahl der polizeilich registrierten schweren Gewaltstraftaten weist auf die Sicherheit in der Gesellschaft hin. Gewaltstraftaten, die nicht von der Polizei registriert wurden, werden durch den Indikator nicht erfasst. Bei den schweren Gewaltstraftaten spielt das Anzeigeverhalten jedoch eine geringe Rolle, da durch den Tod oder die notwendige stationäre Behandlung der Opfer die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Polizei die Straftat erfasst. Der Indikator gibt keine direkte Auskunft über das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung.
Die Straftaten werden in der Schweiz einheitlich gezählt und definiert. Dies erleichtert die interkantonalen Vergleiche.

Die physische Sicherheit und das subjektive Sicherheitsempfinden sind zentrale gesellschaftliche Grundbedürfnisse. Sie werden unter anderem durch Gewaltverbrechen, Risiken im Verkehr und am Arbeitsplatz sowie durch Naturgefahren bestimmt. Wichtig ist im Sinne der intragenerationellen Solidarität, dass in einer "sicheren" Gesellschaft schwächere Mitglieder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, ohne erhöhten Risiken ausgesetzt zu sein.

Letzter Stand: 1516890904