Bundesamt für Statistik (BFS)
Monitoring [ Kantone 2007 Solothurn ]

(Cercle Indicateurs)

Fläche wertvoller Naturräume ( Kantone · Umwelt · U2: Natur und Landschaft )

Summe geschützter Flächen in Prozent der Kantonsfläche:

A) Naturschutzgebiete von nationaler, kantonaler und kommunaler Bedeutung mit effektivem Flächenschutz (grundeigentümerverbindlichen Schutz oder Schutz durch Vertrag mit dem Eigentümer oder Bewirtschafter).

Die folgenden Flächen kommen in Frage:

1) Biotope von kantonaler (=regionaler) / kommunaler (=lokaler) Bedeutung.

2) Biotope von nationaler Bedeutung:
- Flachmoore
- Hochmoore
- Moorlandschaften
- Auen
- Amphibienlaichgebiete
- Trockenwiesen und -weiden (TWW).

Die Smaradgebiete und die Wasser- und Zugvogelreservate sind in der Regel Flächen, die bereits in einem nationalen oder kantonalen Inventar enthalten sind – sie müssen daher nicht gesondert aufgeführt werden.

3) Kernzonen der Nationalpärke
Die folgenden Flächen sind nicht zu berücksichtigen:
- Landschaftsschutzzonen
- Regionale Naturpärke
- Naturerlebnispärke
- Umgebungszonen der Nationalpärke
- Gewässerstrecken von nationaler Bedeutung
- Eidgenössische Jagdbanngebiete.

B) Erhebungen 2005 bis 2015 : Landwirtschaftliche Vertragsflächen, welche die Qualitätskriterien ge-mäss Öko-Qualitätsverordnung (ÖQV) erfüllen.
Ab Erhebung 2017 : Biodiversitätsförderflächen (BFF) gemäss der Direktzahlungsverordnung (DZV), welche die Kriterien zum Bezug von Qualitätsbeiträgen der Qualitätsstufe II erfüllen und schon in der ÖQV berücksichtigt wurden. Dazu gehören die folgenden BFF:
- Extensiv genutzte Wiesen
- Wenig intensiv genutzte Wiesen
- Extensiv genutzte Weiden
- Waldweiden
- Streueflächen
- Hecken, Feld- und Ufergehölze
- Rebflächen mit natürlicher Artenvielfalt
- Hochstamm-Feldobstbäume
Nicht zu berücksichtigen sind Artenreiche Grün- und Streuflächen im Sömmerungsgebiet, welche ge-mäss DZV ebenfalls zu Qualitätsbeiträgen der Qualitätsstufe II berechtigen.

Die Flächen mit Vernetzungsbeitrag sind nicht zu berücksichtigen wegen deren unterschiedlichen Qua-lität.

C) Waldreservate (Naturwaldreservate und Sonderwaldreservate).

Der Indikator besteht aus der Summe verschiedener Flächenkategorien. Flächen, die unter verschiedenen Kategorien erfasst werden, werden somit doppelt gezählt. Allfällige Doppelzählungen sollen mittels Quantifizierung oder Schätzung ausgeschieden werden.

Im Nenner des Indikators wird die Kantonsfläche inklusiv Seefläche erfasst.
Wertvolle Naturräume bzw. naturnahe Flächen sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Sie tragen zur Erhaltung der Artenvielfalt, der Landschaft und des Landschaftsbildes bei, bilden Trittsteine in der Vernetzung der Lebensräume und dienen der Erholung des Menschen. Diese Funktionen können sich sowohl gegenseitig überlagern als auch konkurrenzieren. Der Indikator misst den Anteil der Schutzflächen und gibt dadurch einen Hinweis auf die Bedeutung, welche Politik und Gesellschaft den Naturräumen beimessen.
Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse hängt von der Qualität der von den Kantonen gelieferten Daten ab. Ausschlaggebend ist, ob die Kantone in der Lage sind, die Doppelzählungen, d.h. die Flächen, die in mehreren Kategorien auftreten, in Abzug zu bringen. Ausserdem ist anzumerken, dass die Definitionen der zu erhebenden Räume von den teilnehmenden Kantonen nicht zwingend gleich interpretiert werden. Ein weiteres Element, das den Quervergleich beeinflussen kann, sind die in einigen Kantonen fehlenden Daten zu den kommunalen Naturschutzgebieten, die eigentlich in den Daten zu den erhobenen Flächen integriert sein sollten.

Kontextuelle Angaben
Unproduktive Flächen werden nicht unbedingt geschützt. Kantone mit vielen solchen Flächen weisen unweigerlich einen kleineren Anteil geschützter Gebiete auf als die übrigen Kantone.
Die stark urbanisierten Kantone verfügen ihrerseits über begrenzte Flächen, welche geschützt werden können und weisen auch einen vergleichbar geringen Anteil geschützter Gebiete auf.
Bei der Interpretation der Ergebnisse muss beachtet werden, dass der Indikator ausschliesslich die geschützten Naturräume erhebt. Bestimmte Flächen, die einen erhöhten ökologischen Wert aufweisen, jedoch nicht geschützt sind, werden vom Indikator nicht wiedergegeben. Umgekehrt können bestimmte Räume geschützt sein, damit sich ihr ökologischer Wert erhöht. Diese werden vom Indikator gezählt, obschon sie zum Zeitpunkt der Erhebung keinen besonders hohen ökologischen Wert aufweisen.

Die Erhaltung einer wertvollen Natur und Landschaft, qualitativ und quantitativ, ist für das Wohlbefinden der heutigen und zukünftigen Generationen wichtig. Dazu gehören der Erhalt und die Aufwertung naturnaher Lebensräume sowie die angepasste Bewirtschaftung und Pflege von Kulturlandschaften. Sowohl global als auch in der Schweiz ist der Schutz von Natur und Landschaft eine grosse Herausforderung, da der Druck durch Ausdehnung der Siedlungsfläche, Ausbau der Verkehrsnetze, Energieproduktion und weitere Nutzungen stetig zunimmt. Diese Entwicklungen beeinträchtigen die Regenerationsfähigkeit der natürlichen Ressourcen, die Biodiversität sowie die natürlichen Lebensräume und die Kulturlandschaften, die teilweise über lange Zeit entstanden sind und nicht kurzfristig erneuert werden können.

Letzter Stand: 1638453918